v.l: Dr. Martin Buschmeier, Geschäftsführer des Trianel Gaskraftwerk Hamm, Michael Thews MdB, Stefan, Geschäftsführer des Trianel Kohlekraftwerk Lünen.
v.l: Dr. Martin Buschmeier, Geschäftsführer des Trianel Gaskraftwerk Hamm, Michael Thews MdB, Stefan Paul, Geschäftsführer des Trianel Kohlekraftwerk Lünen.
„Heute sind wir wieder mit beiden Blöcken am Netz, da zu wenig erneuerbare Energien eingespeist werden“, erklärt Dr. Martin Buschmeier. Das Trianel Gaskraftwerk Hamm mit einer Leistung von 850 MW in zwei Blöcken hat Ende 2007 den Betrieb aufgenomme
„Heute sind wir wieder mit beiden Blöcken am Netz, da zu wenig erneuerbare Energien eingespeist werden“, erklärt Dr. Martin Buschmeier. Das Trianel Gaskraftwerk Hamm mit einer Leistung von 850 MW in zwei Blöcken hat Ende 2007 den Betrieb aufgenommen. Beteiligt sind 28 Stadtwerke und kommunale Versorger.
Das Trianel Gaskraftwerk Hamm kann bis zu 1,8 Millionen Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen.
Das Trianel Gaskraftwerk Hamm kann bis zu 1,8 Millionen Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen.

Michael Thews MdB besucht Trianel Gaskraftwerk Hamm

27. Januar 2016
Bundestagsabgeordneter Michael Thews (SPD) hat im Rahmen der aktuellen Debatte um die Reform des Strommarkts und die Emissionen von Kraftwerken das Trianel Gaskraftwerk in Hamm-Uentrop besucht und sich über die aktuelle Situation in der Stromerzeugung und die Auswirkungen der geplanten Neuregelungen im Strommarktgesetz informiert. Gesprächspartner waren bei diesem Besuch Dr. Martin Buschmeier, Geschäftsführer der Kraftwerksgesellschaft in Hamm, sowie Stefan Paul, Geschäftsführer des Trianel Kohlekraftwerk Lünen.

„Die konventionelle Erzeugung steht aktuell massiv unter Druck. Hocheffiziente Gaskraftwerke wie in Hamm sorgen für Versorgungssicherheit, indem sie die wetterabhängige Produktion der Erneuerbaren ausgleichen. Doch diese Flexibilität und Bereitschaft wird nicht angemessen vergütet“, erläutert Dr. Buschmeier die aktuelle Situation am Hammer Gaskraftwerk.

Im Sommer 2015 haben die beteiligten 28 Stadtwerke und die Stadtwerke-Kooperation Trianel auf die aktuelle Lage am Strommarkt reagiert und das Gaskraftwerk in einen Minimalbetrieb überführt. Buschmeier: „Wir wollen den Standort in Hamm erhalten und haben den kompletten Kraftwerkseinsatz an die aktuelle Situation angepasst. Wenn die Erneuerbaren nicht produzieren und der Börsenstrompreis entsprechend hoch ist, springen wir ein. Ansonsten bleibt das Kraftwerk aus, weil wir sonst draufzahlen müssten.“

Im aktuellen Strommarkt wird der produzierte und verkaufte Strom vergütet, aber nicht die Vorhaltung für den Fall, wenn der Strom knapp wird und die Netzstabilität gefährdet ist. "Die Energiewende kann nur gelingen, wenn gerade die effizientesten Kraftwerke zur Versorgungssicherheit bereitstehen. Wir müssen hier die Reform des Strommarkts mit Augenmaß angehen. Letztlich geht es um den Erhalt von Arbeitsplätzen am Standort Hamm, Lünen, Werne und in unserer Region“, betont Thews.

„Am Beispiel Hamm ist abzulesen, dass effiziente Kraftwerke im heutigen Strommarkt auf immer weniger Betriebsstunden kommen. Annahmen zu Betriebsstunden, die vor zehn Jahren getroffen wurden, spiegeln nicht die aktuelle Realität wider“ so Dr. Buschmeier .

Das Trianel Gaskraftwerk Hamm mit einer Leistung von 850 MW in zwei Blöcken hat Ende 2007 den Betrieb aufgenommen. Beteiligt sind 28 Stadtwerke und kommunale Versorger. Heute sind wieder beide Blöcke am Netz, da zu wenig erneuerbare Energien eingespeist werden.

Thews: „Insbesondere Stadtwerke und Kommunen stehen mit ihrem Engagement in der konventionellen Stromerzeugung vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Wir werden uns mit dem Thema Redispatch auseinandersetzen müssen, um die Situation nicht noch zu verschlimmern“.

Abschließend berichtete Paul vor dem Hintergrund des veröffentlichten Gutachten von Oekopol zu Quecksilber-Emissionen deutscher Kohlekraftwerke über Maßnahmen am Trianel Kohlkraftwerk Lünen sowie die Einordnung der Grenzwerte: „Wir werden uns einer offenen und technisch versierten Diskussion über eine Verschärfung der Grenzwerte für Quecksilber-Emissionen stellen. Bei dem Vergleich mit den geltenden Grenzwerten in den USA muss aber darauf geachtet werden, dass eine Umrechnung auf EU-Grenzwerte nicht ganz trivial und damit fehleranfällig ist. Darüber hinaus ist es wichtig, einzelne Quecksilber-Umweltpfade nicht isoliert zu betrachten.“

Hintergrund

Für das Trianel Kohlekraftwerk Lünen gilt bereits heute der Emissionsgrenzwert von 10 Mikrogramm Quecksilber pro Norm-Kubikmeter, ältere Kraftwerke dürfen bis zu 30 Mikrogramm emittieren. Durch die Verwendung bestverfügbarer Technik bei der Quecksilber-Abscheidung, etwa einer speziellen Katalysatortechnik, liegen die Emissionen beim Trianel Kohlekraftwerk Lünen weit unter den erlaubten Grenzwerten. Die kontinuierlich gemessenen Quecksilber-Emissionen des Kohlekraftwerks am Lüner Stummhafen liegen um den Faktor 15 bis 20 unter dem Grenzwert für ältere Kraftwerke.

Die mit dem Strommarktgesetz vorgeschlagenen Regelungen zum sogenannten Redispatch gestalten sich für Trianel schwierig. Dieser bezeichnet den Eingriff des Übertragungsbetreibers zur Erhaltung der Netzstabilität, indem Kraftwerke an- oder abgeschaltet wird bzw. die Leistungsproduktion an die Erfordernisse des Netzes angepasst werden. Das Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf, wonach eine angemessene Vergütung für Redispatch-Maßnahmen erfolgen soll, ist laut den Geschäftsführern Buschmeier und Paul. in den Neuregelungen des Strommarktgesetzes nicht angemessen berücksichtigt.

In der aktuellen Situation am Strommarkt wird der Kraftwerkseinsatz sowohl für das Trianel Gaskraftwerk Hamm als auch für das Trianel Kohlekraftwerk Lünen penibel geplant. Wenn der Übertragungsnetzbetreiber nun mit Redispatch-Maßnahmen eingreifen muss, werden nach der aktuell angedachten Regelung nur ein Bruchteil der entstandenen Kosten und entfallender Erlösmöglichkeiten vergütet. So macht es beispielsweise wenig Sinn, einen Teil der Vergütung an den zum Zeitpunkt der Investitionsentscheidung getroffenen Annahmen zu den Betriebsstunden eines Kraftwerks festzumachen.