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Damit wir Zeit haben, alternative Energien weiterzuentwickeln, sind wir auf fossile Energiequellen noch eine Weile angewiesen.

Umweltfreundliche Stromerzeugung im Kraftwerk in Hamm-Uentrop

Gute Gründe für Gas

Umweltfreundliche Stromerzeugung im Kraftwerk in Hamm-Uentrop

Die aus Klimaschutzgründen nötige Abschaltung alter Kraftwerke sorgt für eine Lücke in der Stromversorgung.

Diese Lücke kann aus technischen und wirtschaftlichen Gründen noch nicht alleine durch erneuerbare Energiequellen und Energiesparmaßnahmen geschlossen werden. Erdgas bietet hier in puncto Umweltfreundlichkeit entscheidende Vorteile gegenüber anderen fossilen Energieträgern wie Steinkohle oder Erdöl. Bei der sehr sauberen Verbrennung von Erdgas entsteht praktisch kein Ruß, kein Feinstaub und kein Schwefeldioxid. Unter den fossilen Brennstoffen ist der CO2-Ausstoß bei Erdgas am geringsten, denn Erdgas besteht hauptsächlich aus Wasserstoff.

Gaskraftwerke überzeugen durch geringe Investitionen, kurze Bauzeiten und exakte Kontrollierbarkeit.

Die Kosten für die Errichtung eines modernen Gaskraftwerks sind vergleichsweise gering und betragen etwa nur die Hälfte dessen, was ein Steinkohlekraftwerk kostet. Auch die Bauzeit verkürzt sich auf fast die Hälfte. In rund 24 Monaten ist ein Gaskraftwerk realisierbar. Da Erdgas nicht eingelagert werden muss, sondern ständig aus dem Gasnetz zur Verfügung steht, brauchen Gaskraftwerke weniger Platz.

Sehr kurze Startzeiten und die flexible Steuerung ermöglichen schnelle Laständerungen.

Damit zeigen Gaskraftwerke ihre Stärken, wenn es darum geht kurzfristige Stromschwankungen im Netz auszugleichen, was durch den verstärkten Einsatz von regenerativen Energien immer wichtiger wird. Die Natur lässt sich nicht kontrollieren und vorhersagen. Ein Windpark oder eine Solaranlage erzeugen nur Strom, wenn das Wetter mitspielt. Bei allen Vorzügen von Erdgas und der Umweltfreundlichkeit der Gaskraftwerke gibt es auch einige Nachteile. Daher liegt der Gasanteil bei der Stromerzeugung zur Zeit bei nur etwa 12 Prozent. Aus wirtschaftlichen Gründen schränken die vergleichsweise hohen Brennstoffkosten den verstärkten Einsatz von Gas als Energieträger heute noch ein. Zur Grundlastsicherung sind wir deshalb weiterhin auf kohlebefeuerte Kraftwerke angewiesen.

Gaskritiker warnen auch vor unkalkulierbaren Preisrisiken, da der Gaspreis an den Ölmarkt gekoppelt ist und dessen Schwankungen zeitverzögert mitmacht.

Deutschland bezieht sein Gas überwiegend aus dem Ausland, nur etwa 20 Prozent stammen aus heimischen Reserven. Damit ist man, was die Zukunft des Energieträgers Gas angeht, auf ausländische Entwicklungen angewiesen. Großes Potenzial bietet die Förderung von bisher wenig erschlossenen nicht-konventionellen Erdgasressourcen. Dabei handelt es sich um Vorkommen, die schwerer zugänglich sind als konventionelle Reserven. So zum Beispiel in dichten Speichergesteinen gebundenes Erdgas, flach und sehr tief liegende Erdgasreservoirs, sowie Gas in Kohleflözen und Gashydrat. Für diese Vorkommen besteht erheblicher Forschungsbedarf, den es mit gezielten Investitionen zu fördern gilt. Nur so lässt sich das Potenzial des Hoffnungsträgers Erdgas als umweltfreundlicher Energieträger auch zukünftig ausschöpfen.