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    Hamm in Westfalen

     

    Elefanten, Wölkchen und Hindupilger

    Hamm ist ein Standort voller Energie. Ein Jahrhundert lang wurde hier Kohle abgebaut, die Elektrifizierung begann zum Ende des 19. Jahrhunderts. 

    Seit 1858 brachte die Aktiengesellschaft für Gasbeleuchtung, der Vorläufer der Stadtwerke Hamm, Licht ins westfälische Dunkel. Der Gasverbrauch, das Gas wurde aus Kohle gewonnen, kletterte unaufhörlich. Schon 1883 wurden 4 Millionen Kilowattstunden Gas verbraucht. Zum Vergleich: Das Gas-und Dampfkraftwerk Hamm erzeugt die damalige Jahresmenge in knapp fünf Stunden.

    Seit 1887 auch für die Wasserversorgung zuständig, übernahm die Kommune 1907 auch die Stromversorgung, seit 1909 wurden die Hammenser mit Strom vom Kraftwerk der Zeche Radbod versorgt. Die Gasversorgung lief bis 1977 mit Kokereigas aus Kohle, dem sogenannten Stadtgas. Danach wurde Hamm mit Erdgas versorgt. Die Stadtwerke Hamm sind heute nicht nur als Energie- und Wasserversorger aktiv, sondern betreiben auch Telekommunikation und öffentlichen Personennahverkehr ab. Zudem gehören Sie zur Betriebsgesellschaft des quotenstärksten Lokalradios Deustchlands, der Lippewelle Hamm. 

    Als Energiestandort bundesweit in die Schlagzeilen kam Hamm durch ein als Vorzeigeprojekt geplantes Kraftwerk: Im Stadtteil Schmehausen errichteten die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) zwischen 1970 und 1983 den Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR). Dieses Kernkraftwerk war als Prototyp Hoffnungsträger der Atomindustrie, baubedingt sollte ein Kernschmelze ausgeschlossen sein. Allerdings funktionierte das Kraftwerk nur selten so, wie es seine Erbauer vorgesehen hatten. Kurz nach der Reaktorkatstrophe in Tschernobyl kam es beim THTR zu einem Störfall mit einem Austritt von Radioaktivität. Der Spiegel beschrieb den Reaktor danach als "Problemmeiler", obwohl durch den Störfall nur ein "radioaktives Wölkchen" ausgetreten sei. 1989 wurde das Kernkraftwerk stillgelegt. 

    In unmittelbarer Nachbarschaft produziert das Kraftwerk Westfalen seit 1963 Strom. Drei kohlebefeuerte Blöcke liefern 588 MW Leistung. Im Rahmen der Kraftwerkserneuerung baut RWE seit 2008 zwei hocheffiziente 800 Megawatt Kohleblöcke, die neuen Blöcke sollen 2012 in Betrieb gehen. 

    Voller Energie ist auch das heimliche Wappentier der Stadt Hamm: Der Elefant. 1984 gestaltete der Künstler Horst Rellecke die Kohlenwäsche der Zeche Maximilian zu einem Glaselefanten um. Auf dem Zechengelände entstand die erste Landesgartenschau mit Bootshaus und Paddelsee. Heute macht die Elefantenparade in Hamm Furore, Dutzende bunt bemalte Elefanten schmücken die Straßen.

    Neben der Justiz, Hamm ist seit 1820 Sitz des Oberlandesgerichtes und zuständig für ganz Westfalen, entwickelt sich ein Sakralbau zu einem Anziehungspunkt der Lippestadt. Nur wenige Hundert Meter vom Trianel Kraftwerk entfernt steht Europas zweitgrößter Hindu-Tempel Europas, der Sri Kamadchi Ampal Tempel. Zum jährlichen Tempelfest kommen bis zu 20.000 Hindupilger. 

    • Das Trianel Gas- und Dampfkraftwerk
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